Studienabbruch in Zahlen
Wie viele brechen ihr Studium wirklich ab, und warum? Dieser Report zeigt die belastbaren Quoten und Gründe, und er sagt ehrlich, wo die Datenlage fürs Fernstudium endet.
Was das DZHW misst
Die massgebliche Quelle für Abbruchquoten in Deutschland sind die Kohortenberechnungen des DZHW.
Kurz: Rund 28 Prozent der deutschen Bachelor-Studienanfänger brechen ihr Studium ab, im Master sind es 21 Prozent. An Universitäten liegt die Bachelor-Quote mit 35 Prozent deutlich höher als an Hochschulen für angewandte Wissenschaften mit 20 Prozent.
Wo die Quoten hoch sind, und wo nicht
Die Abbruchquote ist keine feste Grösse: Sie hängt stark an Abschluss, Hochschultyp und Fach.
Kurz: Universitäten verlieren im Bachelor gut jeden dritten Studienanfänger, Hochschulen für angewandte Wissenschaften jeden fünften. Im Master sind die Quoten auf beiden Hochschultypen deutlich niedriger.
Studienabbruchquoten deutscher Studierender (DZHW 2022)
Bachelor: Anfangsjahrgänge 2016/17, Basis Absolventenjahrgang 2020. Master: Anfangsjahrgang 2018.
Daten als Tabelle
| Gruppe | Abbruchquote |
|---|---|
| Bachelor, Universität | 35 % |
| Bachelor, gesamt | 28 % |
| Master, gesamt | 21 % |
| Bachelor, HAW/FH | 20 % |
Warum abgebrochen wird
Die DZHW-Befragung von Exmatrikulierten zeigt, welches Motiv jeweils den Ausschlag gab.
Kurz: Drei Motive erklären rund 60 Prozent aller Abbrüche: Leistungsprobleme, fehlende Studienmotivation und der Wunsch nach praktischer Tätigkeit. Geldprobleme spielen eine kleinere Rolle, als oft angenommen wird.
Ausschlaggebendes Abbruchmotiv (DZHW, Befragung Exmatrikulierte)
Anteil der Abbrecherinnen und Abbrecher, für die das jeweilige Motiv entscheidend war.
Daten als Tabelle
| Motiv | Anteil |
|---|---|
| Leistungsprobleme | 30 % |
| Mangelnde Studienmotivation | 17 % |
| Wunsch nach praktischer Tätigkeit | 15 % |
Und wie hoch ist die Quote im Fernstudium?
Die ehrliche Antwort: Eine amtliche Abbruchquote fürs Fernstudium gibt es nicht. Das Statistische Bundesamt weist den Studienerfolg nicht nach Studienform aus, und auch die DZHW-Berechnungen unterscheiden nicht zwischen Fern- und Präsenzstudium. Die oft zitierte Behauptung, im Fernstudium brächen 70 Prozent oder mehr ab, stammt aus Blogs und alten Einzelanalysen und ist in dieser Form nicht belegbar.
Plausibel ist: Die Bedingungen unterscheiden sich. Fernstudierende sind älter, berufstätig und studieren oft in Teilzeit; viele unterbrechen oder strecken ihr Studium, statt es endgültig abzubrechen. Genau das macht saubere Quoten so schwer, denn eine Pause sieht in der Statistik zunächst aus wie ein Abbruch.
Was sich aus den belegten Motiven aber ableiten lässt: Abgebrochen wird selten am Stoff allein, sondern an der Passung. Leistungsprobleme, Motivation und der Wunsch nach Praxis sind lösbare Themen, wenn Studienform und Alltag zusammenpassen. Wie viel Zeit ein Fernstudium wirklich kostet, zeigt der Report zum Zeitaufwand; wer typischerweise fern studiert, der Report Wer studiert im Fernstudium.
Kurz beantwortet
Wie viele brechen ihr Studium in Deutschland ab?
Nach den DZHW-Berechnungen von 2022 brechen rund 28 Prozent der deutschen Bachelor-Studienanfänger ihr Studium ab, im Master sind es 21 Prozent. An Universitäten liegen die Bachelor-Quoten mit 35 Prozent deutlich über denen der HAW mit 20 Prozent.
Stimmt es, dass im Fernstudium 70 Prozent abbrechen?
Dafür gibt es keinen belastbaren Beleg. Die Zahl kursiert in Blogs und geht auf alte Einzelanalysen zurück. Amtlich wird der Studienerfolg nicht nach Studienform ausgewiesen, und Pausen oder Streckungen, die im Fernstudium häufig sind, verzerren jede einfache Quote.
Was ist der häufigste Grund für einen Studienabbruch?
Leistungsprobleme: Für rund 30 Prozent der Abbrecherinnen und Abbrecher waren sie das ausschlaggebende Motiv. Dahinter folgen fehlende Studienmotivation mit 17 Prozent und der Wunsch nach einer praktischen Tätigkeit mit 15 Prozent (DZHW-Befragung).
Quellen, Methodik und Download
Woher die Zahlen stammen, wie sie entstehen und wie du sie mit Quellenangabe weiterverwenden kannst.
Wie diese Zahlen entstehen
Die Abbruchquoten berechnet das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) im Kohortenvergleich: Absolventenjahrgänge werden den zugehörigen Anfängerjahrgängen gegenübergestellt. Die Motive stammen aus der DZHW-Befragung von Exmatrikulierten. Eine amtliche Quote speziell fürs Fernstudium existiert nicht; wo die Datenlage endet, sagen wir das im Report ausdrücklich, statt Blog-Zahlen zu übernehmen.
Quellen: DZHW-Brief 05/2022, Studienabbruchquoten (Heublein et al.) · DZHW, Motive des Studienabbruchs (Heublein et al. 2017, via studienabbruch-und-weiter.de)
Stand: 26.07.2026. Die Zahlen werden aktualisiert, sobald das DZHW neue Berechnungen veröffentlicht.
Abbrüche entstehen vor dem Studium, nicht mittendrin
Die häufigsten Abbruchgründe sind Passungsprobleme, und die lassen sich vorab klären. Beim Studienflüsterer ist das Erstgespräch kostenlos und unverbindlich.