Fernstudium in Zahlen
Wie viele Menschen in Deutschland fern studieren, welche Fächer vorne liegen und wie schnell der Markt wächst. Dieser Report führt die wichtigsten Grundzahlen zum Fernstudium zusammen, mit Quelle und Stand.
Der Markt in vier Zahlen
Die Grössenordnung des Fernstudiums in Deutschland, verdichtet auf die vier Werte, die am häufigsten gesucht werden.
Kurz: Rund 250.000 Menschen studieren in Deutschland fern, 8,6% aller Studierenden. Die grösste einzelne Hochschule ist die private IU, gefolgt von der staatlichen FernUni Hagen. Deren Studierende sind im Schnitt fast 38 Jahre alt und zu drei Vierteln berufstätig.
Wie viele wirklich fern studieren
Die eine grosse Zahl gibt es nicht, denn es kommt darauf an, was gezählt wird. Genau das macht dieser Report transparent.
Wer nach der Zahl der Fernstudierenden sucht, findet je nach Quelle sehr unterschiedliche Angaben. Das liegt nicht an schlechten Daten, sondern an der Abgrenzung. Manche Statistiken zählen nur die Studierenden reiner Fernhochschulen, andere rechnen alle berufsbegleitenden und online organisierten Studiengänge hinzu. Wieder andere zählen Fernlehrgänge mit, die gar nicht zu einem akademischen Grad führen. Vergleicht man diese Zahlen ohne Kontext, entsteht schnell ein falsches Bild.
FernStudent legt deshalb offen, welche Abgrenzung hinter jeder Zahl steht. Als Ankerpunkte dienen die amtliche Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamts und die Berichte der FernUni Hagen, der grössten staatlichen Universität des Landes. Ergänzt werden sie um die grossen privaten Fernhochschulen, deren Studierendenzahlen die vergangenen Jahre stark gewachsen sind. So entsteht eine belastbare Grössenordnung statt einer Scheinzahl. Auch im Wintersemester 2024/25 lag die Zahl der Fernstudierenden weiterhin über 250.000, rund 9 Prozent aller Studierenden (Statistisches Bundesamt).
Ein Markt, der wächst
Die Zahl der Fernstudierenden ist über die vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen. Die Balken zeigen die Grössenordnung im Zeitverlauf.
Kurz: Von 67.833 Fernstudierenden im Wintersemester 2006/07 auf 250.418 im WS 2022/23, fast eine Vervierfachung. Das Wachstum kommt inzwischen vor allem von privaten Fernhochschulen, die Zahl an der FernUni Hagen ist zuletzt sogar gesunken.
Fernstudierende in Deutschland im Zeitverlauf
Zahl der Fernstudierenden je Wintersemester.
Daten als Tabelle
| Wintersemester | Fernstudierende |
|---|---|
| 2006/07 | 67.833 |
| 2011/12 | 132.960 |
| 2016/17 | 163.653 |
| 2021/22 | 242.520 |
| 2022/23 | 250.418 |
Die grössten Fächergruppen
Wirtschaft und Recht stellen die meisten Fernstudiengänge, danach folgen Gesellschaft und Soziales sowie die Ingenieurwissenschaften. So verteilen sich die Angebote auf die Fächergruppen.
Kurz: Gut jeder dritte Fernstudiengang (38,3%) ist ein Wirtschafts- oder Rechtsfach, danach folgen Gesellschaft und Soziales sowie die Ingenieurwissenschaften. Die fünf grössten Fächergruppen decken über 90% aller Angebote ab.
Fernstudienangebote nach Fächergruppe
Anteil an allen Fernstudiengängen, HRK-Fächersystematik.
Daten als Tabelle
| Fächergruppe | Anteil |
|---|---|
| Wirtschaftswissenschaften, Recht | 38,3% |
| Gesellschafts- und Sozialwissenschaften | 17,7% |
| Ingenieurwissenschaften | 15,4% |
| Mathematik, Naturwissenschaften | 13,6% |
| Medizin, Gesundheitswissenschaften | 9,6% |
| Übrige Fächergruppen | 5,4% |
Die grössten Anbieter
Drei private Hochschulen stellen die meisten Fernstudiengänge. Insgesamt kommt gut zwei Drittel der Angebote von privaten Hochschulen.
| Hochschule | Fernstudiengänge | Anteil |
|---|---|---|
| IU Internationale Hochschule (Erfurt) | 141 | 14,0% |
| AKAD University (Stuttgart) | 72 | 7,2% |
| Wilhelm Büchner Hochschule (Darmstadt) | 62 | 6,2% |
| Die 10 grössten Hochschulen zusammen | 562 | 55,9% |
Von den 1.006 Fernstudiengängen in Deutschland stammen 68,4% von privaten, 30,8% von staatlichen und 0,8% von kirchlichen Hochschulen. Die Zahlen zählen Studienangebote, nicht Studierende, und sind kein Ranking nach Qualität. Quelle: CHE-Auswertung des HRK-Hochschulkompass (Hüsch u.a. 2024), Stand 05.07.2023.
Deutschland, Österreich und die Schweiz
Der DACH-Raum zählt das Fernstudium unterschiedlich. Deshalb ist ein direkter Zahlenvergleich nur mit Kontext sinnvoll.
Deutschland
Grösster Markt im DACH-Raum. Die amtliche Hochschulstatistik erfasst die FernUni Hagen und die privaten Fernhochschulen, wodurch die Datenlage vergleichsweise gut ist.
Österreich
Kleinerer, wachsender Markt. Viele Studierende sind an deutschen Fernhochschulen eingeschrieben, was eine rein nationale Zählung unterschätzt.
Schweiz
Eigenes System mit starker höherer Berufsbildung und den Formaten CAS, DAS und MAS. Reine Fernstudiengänge sind seltener, das berufsbegleitende Angebot dafür dicht.
Die Angaben auf dieser Seite sind allgemein gehalten und dienen der Orientierung. Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Verbindlich entscheiden die Hochschulen sowie die zuständigen Stellen: die ZAB in Deutschland, das BMBWF in Österreich und das SBFI in der Schweiz. Prüfe deinen konkreten Fall vor der Einschreibung immer direkt bei der Hochschule.
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Häufige Fragen zu den Zahlen
Die wichtigsten Fragen zur Grösse und Entwicklung des Fernstudiums, kompakt beantwortet.
Wie viele Menschen studieren in Deutschland fern?
Die Grössenordnung liegt im Bereich mehrerer hunderttausend, je nachdem, ob nur reine Fernhochschulen oder alle berufsbegleitenden Formate gezählt werden. FernStudent führt die amtliche Hochschulstatistik und die Zahlen der FernUni Hagen zusammen und weist die Abgrenzung transparent aus.
Welche ist die grösste Fernhochschule?
Nach der Gesamtzahl der Studierenden ist inzwischen die private IU die grösste Hochschule Deutschlands, die staatliche FernUni Hagen folgt als grösste öffentliche Universität. Auch bei den reinen Fernstudierenden liegt die IU vorn: rund 76.000 gegenüber gut 62.000 an der FernUni Hagen (Statistisches Bundesamt, Wintersemester 2022/23).
Wächst das Fernstudium?
Ja. Der berufsbegleitende und online organisierte Bereich legt seit Jahren zu, getragen von Weiterbildung neben dem Beruf und flexibleren Studienformaten. Die genaue Wachstumsrate hängt von der Abgrenzung ab und wird im Report mit Quelle und Stand ausgewiesen.
Welche Fächer werden am häufigsten fern studiert?
Gut 38% der Fernstudiengänge sind Wirtschafts- oder Rechtsfächer, danach folgen Gesellschafts- und Sozialwissenschaften (17,7%) und die Ingenieurwissenschaften (15,4%). Das zeigt eine CHE-Auswertung des HRK-Hochschulkompass. Die genauen Anteile stehen in der Fächer-Grafik.
Wie alt sind Fernstudierende im Schnitt?
Deutlich älter als im Präsenzstudium. Fernstudierende stehen meist mitten im Berufsleben und sind im Schnitt in ihren Dreissigern. Das erklärt, warum Vereinbarkeit mit Job und Familie für diese Gruppe die entscheidende Frage ist.
Quellen, Methodik und Download
Woher die Zahlen stammen, wie sie entstehen und wie du sie mit Quellenangabe weiterverwenden kannst.
Wie diese Zahlen entstehen
FernStudent führt öffentlich zugängliche, amtliche und hochschuleigene Statistiken zusammen und weist zu jeder Zahl aus, was genau gezählt wird. Grundlage sind die Hochschulstatistik des Statistischen Bundesamts, die CHE-Auswertung des HRK-Hochschulkompass und die Studierendenzahlen der FernUni Hagen. Wo Quellen unterschiedlich zählen, nennen wir die Spanne statt einer Scheinzahl.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Hochschulstatistik · CHE (Marc Hüsch): Trend zum Fernstudium, Beiträge zur Hochschulforschung 2/2024 · HRK-Hochschulkompass, Studienangebote (Auswertung CHE 2024) · FernUniversität in Hagen, Zahlen und Daten
Stand: 02.07.2026. Die Zahlen werden aktualisiert, sobald die Quellen neue Erhebungen veröffentlichen.
Aus Zahlen wird deine Entscheidung
Die Daten zeigen den Markt. Ob und welches Fernstudium zu dir passt, klärt am besten ein persönliches Gespräch. Beim Studienflüsterer ist das Erstgespräch kostenlos und unverbindlich.