Wenn in Deutschland über das Fernstudium gesprochen wird, führt kein Weg an einer einzigen Einrichtung vorbei: der FernUniversität in Hagen. Sie ist die grösste staatliche Universität des Landes und die einzige staatliche Fernuniversität. Schon deshalb prägt sie das Bild vom Fernstudium stärker als jede andere Institution, und ihre Zahlen sind der Ausgangspunkt für fast jede Marktbetrachtung.
Eine Hochschule, viele Studierende
Die FernUni Hagen stellt allein einen erheblichen Teil aller Fernstudierenden in Deutschland. Diese Konzentration ist im Hochschulsystem einzigartig: Keine Präsenzuniversität kommt auf eine vergleichbare Grössenordnung. Der Grund liegt im Format. Ein Fernstudium ist ortsunabhängig, also kann eine einzige Hochschule Studierende aus dem ganzen Land und darüber hinaus aufnehmen, ohne an Hörsaalgrössen gebunden zu sein.
Für die Statistik hat das eine wichtige Folge. Wer die Zahl der Fernstudierenden in Deutschland schätzen will, muss zwischen der staatlichen FernUni Hagen und den privaten Fernhochschulen unterscheiden. Beide Gruppen zusammen ergeben erst das vollständige Bild. Die konkreten Grössenordnungen dazu stehen im Report Fernstudium in Zahlen, mit Quelle und Stand.
Ein anderer Typ Studierender
Die Studierenden in Hagen unterscheiden sich deutlich von denen einer Präsenzuniversität. Sie sind im Schnitt älter, stehen mitten im Berufsleben und studieren neben einem Job, oft zusätzlich mit Familie. Diese Zusammensetzung ist typisch für das Fernstudium insgesamt und erklärt, warum das Durchschnittsalter im Fernstudium so viel höher liegt als im Präsenzbereich. Mehr dazu steht im Artikel Wie alt sind Fernstudierende?.
Weil so viele Berufstätige eingeschrieben sind, studieren viele in Teilzeit oder strecken ihr Studium über mehr Semester als die Regelstudienzeit vorsieht. Das ist kein Zeichen von Scheitern, sondern eine bewusste Anpassung an das Leben neben dem Studium. Für die Interpretation der Zahlen heisst das: Eine hohe Zahl eingeschriebener Studierender bedeutet nicht automatisch ebenso viele Abschlüsse pro Jahr.
Was Hagen über den Markt verrät
Die FernUni Hagen ist ein guter Gradmesser für den gesamten Fernstudium-Markt, aber kein vollständiger. Der staatliche Sektor wächst eher ruhig, während die privaten Fernhochschulen in den vergangenen Jahren stark zugelegt haben. Wer allein auf Hagen schaut, unterschätzt deshalb die Dynamik des Marktes. Wer allein auf die privaten Anbieter schaut, übersieht die grösste Einzelgruppe. Erst zusammen ergeben sie ein belastbares Bild, und genau so bereiten wir die Zahlen auf.
Kurz gesagt: Die FernUni Hagen ist der Anker der Fernstudium-Statistik. Sie zeigt, wie gross das Format sein kann, wer es nutzt und warum sich das Fernstudium so deutlich vom klassischen Campusstudium unterscheidet. Wie sich der Rest des Marktes verteilt, zeigt der Überblick über die grössten Fernhochschulen.
Häufige Fragen
Ist die FernUni Hagen die grösste Universität Deutschlands?
Sie ist die grösste staatliche Universität Deutschlands und die einzige staatliche Fernuniversität. Nach der Gesamtzahl aller Studierenden ist die private IU inzwischen grösser, doch unter den öffentlichen Hochschulen liegt die FernUni Hagen vorn. Die genaue Studierendenzahl weisen wir im Report Fernstudium in Zahlen mit Quelle und Stand aus.
Ist ein Abschluss der FernUni Hagen anerkannt?
Ja. Die FernUni Hagen ist eine staatliche Universität, ihre Bachelor- und Masterabschlüsse sind rechtlich gleichwertig mit denen einer Präsenzuniversität. Der Zusatz Fernstudium steht in der Regel nicht auf der Urkunde.
Wer studiert an der FernUni Hagen?
Überwiegend Berufstätige, die neben dem Job studieren, sowie Menschen mit familiären Verpflichtungen. Das Durchschnittsalter liegt deutlich über dem einer Präsenzuniversität, was die gesamte Fernstudium-Statistik nach oben zieht.
Warum ist die FernUni Hagen für die Statistik so wichtig?
Weil sie allein einen grossen Teil aller Fernstudierenden in Deutschland stellt. Wer den Markt einschätzen will, darf sie nicht mit den privaten Fernhochschulen verwechseln, sondern muss beide Gruppen zusammen betrachten.
Die Angaben auf dieser Seite sind allgemein gehalten und dienen der Orientierung. Sie ersetzen keine offizielle Anrechnungs- oder Anerkennungs-Entscheidung der jeweiligen Hochschule und sind kein Rechtsrat. Verbindlich entscheiden die Hochschulen sowie die zuständigen Stellen: die ZAB in Deutschland, das BMBWF in Österreich und das SBFI in der Schweiz. Prüfe deinen konkreten Fall vor der Einschreibung immer direkt bei der Hochschule.